Baldegg ist unsere irdische Heimat

 
 

 

„Wie kommt es, dass alle Welt dir nachläuft?“ so wurde Franziskus gefragt, der Heilige von Assisi. Wie kommt es, dass Baldegger Schwestern das heute noch tun?

Weltoffen und doch ganz Christus zugewandt, der Schöpfung nahe, arm und doch voll Freude. So war Franziskus. So möchten auch wir Baldegger Schwestern sein. Die Art und Weise wie Franziskus in seiner Zeit Gott lobte und die Welt liebte, prägt auch unser klösterliches Leben.

 
 

Rahmenbedingungen geben

Im Kloster kommen Menschen zusammen, die vor allem Gott suchen.

Auch das Kloster Baldegg ist so ein Ort im Kanton Luzern. Es will den Schwestern die Rahmenbedingungen geben, damit die Gottsuche gelingen kann.

 

Franziskus ist unser Vorbild

Die Ordensgemeinschaft der Baldegger Schwestern ist am 2. Februar 1830 im Schloss von Baldegg entstanden. Kaplan Josef Leonz Blum von Hochdorf begann das Werk zusammen mit den sieben leiblichen Schwestern Hartmann, die auf einem nahen Bauernhof wohnten. Sein Ziel war es, jungen Frauen der Umgebung eine Ausbildung zu vermitteln und für arme und kranke Menschen zu sorgen.

 

Seit der Gründung versuchen wir Schwestern, mit Gott verbunden für die Mitmenschen da zu sein. Unsere besonderen Vorbilder sind der heilige Franziskus und die heilige Klara von Assisi. Auch das Vertrauen auf die Führung Gottes im persönlichen und gemeinsamen Leben kennzeichnet uns Baldegger Schwestern. Wir nennen uns daher „Schwestern von der Göttlichen Vorsehung“. Die franziskanische Spiritualität und das Vertrauen auf die Göttliche Vorsehung bilden eine stärkende Einheit.

 

Ausbildung von Mädchen und Frauen

Seit der Gründung unserer Ordensgemeinschaft haben wir Baldegger Schwestern uns der Mädchen- und Frauenbildung gewidmet. Wir sind immer noch für kranke und betagte Menschen da. Im St. Antoniusheim in Hurden wirken wir nicht nur bei den behinderten Menschen, sondern leiten auch das neu errichtete Hospiz für Menschen, die dem Lebensende nahe sind.

 

Tätig in der weiten Welt

Baldegger Schwestern wirken seit 1921 als Missionarinnen in Tanzania. Zurzeit sind dort noch 13 Schwestern im Einsatz. Die von uns gegründeten einheimischen franziskanischen Ordensgemeinschaften blühen auf und haben die meisten unserer Aufgaben übernommen. Wir wirken auch in Äthiopien und in Papua Neuguinea. Eine Schwester arbeitet in Bosnien-Herzegowina.

 

Mittelpunkt ist Baldegg

Der klösterliche Mittelpunkt ist das Mutterhaus in Baldegg mit seinem Pflegeheim und der Klosterherberge. Auch das Bildungshaus Stella Matutina in Hertenstein, das Kurhaus Bergruh in Amden, das Haus Bethania in Montana und das Institut Salve Regina in Bourguillon bei Fribourg gehören dem Kloster Baldegg. Seitdem in Bourguillon das Schulangebot seinen Abschluss gefunden hat, bevölkern Studentinnen der Universität Freiburg das Haus. In Zusammenarbeit mit der jungen kirchlichen Gemeinschaft „Eucharistein“ engagieren uns am Projekt „Philanthropos“, „Institut européen d’études anthropologiques“. Diese Bildungsstätte ist eine einjährige „Lebensschule“, die intellektuelles, gemeinschaftliches und religiöses Leben verbindet. Das Institut spricht junge Menschen an, die einen ganzheitlichen Zugang zum Menschen und dessen Berufung gewinnen möchten. Professoren aus verschiedenen europäischen Universitäten engagieren sich ehrenamtlich als Dozenten.

 

Fast 70 Jahre in Reussbühl

Baldegg ist die irdische Heimat unserer Ordensgemeinschaft. Hier beten und arbeiten heute die meisten Schwestern. Früher waren viele in verschiedenen Gemeinden engagiert. Auch in Reussbühl lebte eine Gemeinschaft von Baldegger Schwestern von 1907 bis 1974. Die Schwestern arbeiteten in der Gemeindekrankenpflege, als Kindergärtnerinnen und erteilten Hauswirtschaftsunterricht.

Auf dem Baldegger Schulareal mit dem alten Schloss und den Gebäuden aus verschiedenen Epochen wurde seit 1830 auf vielfältige Weise unterrichtet. Im Jahr 2005 ging die Schule an den Kanton Luzern über und wird als „Kantonsschule Seetal“ weitergeführt.

 

Klosterherberge für alle offen

Wir haben 2009 in den Gebäuden des alten Klosters unsere „Klosterherberge“ eröffnet. Sie ist für Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten offen. Einige suchen hier das Gespräch und die Begegnung, andere Stille, Gebet und Einkehr. Einige möchten im kreativen Tun ihre Kräfte sammeln, andere im Meditieren und Verweilen zu sich und zu Gott finden. Einige wünschen Beratung und Therapie, andere die Klärung von Lebensfragen. Einige möchten für eine kürzere oder längere Zeit im Umfeld einer klösterlichen Gemeinschaft leben. Viele freuen sich ganz einfach auf das Zusammensein im Klosterkafi oder möchten aus dem Klosterladen ein Geschenk nach Hause bringen.

Immer waren und sind wir herausgefordert, auf die Göttliche Vorsehung zu vertrauen und uns auch auf Unerwartetes einzulassen.

„Gottes Liebe geht weiter … „ und „Gottes Vorsehung geht weiter …“, dieser feste Glaube schenkt uns Kraft, mit Vertrauen in die Zukunft zu gehen.

Sr. M. Martine Rosenberg

 

Mehr Informationen über das Kloster Baldeggg unter www.klosterbaldegg.ch