Menschenrechte machen an der Grenze keinen Halt

Kompliment!? Die Rohstoff-Lobby im Berner Bundeshaus hat gute Arbeit geleistet. Die Räte lehnten die Konzernverantwortungs-Initiative ab. Sie stimmten für einen schwachen Gegenvorschlag. Jetzt soll das Volk entscheiden.

 

 
 

Das Logo der Initiative für die Konzernveantwortung leuchtet vom Zürcher Primer Tower

( Bild KVI)

 

In Cerro de Pasco (Peru) sind Luft und Wasser mit Schwermetallen vergiftet. Schuld daran ist eine riesige Mine, die von einem in der Schweiz ansässigen Unternehmen kontrolliert wird. Gerade für die Kinder haben die Bleivergiftungen dramatische Folgen: Blutarmut, Behinderungen, Lähmungen.

 

Oder das: Recherchen haben aufgedeckt, dass das gleiche unternehme im Tschad eine Umweltkatastrophe verursacht hat. Chemikalien aus der Erdölproduktion vergiften einen Fluss, das führt bei Kindern und Erwachsenen zu zentimetergrossen Brandblasen auf der Haut und Vieh der Dorfbewohner verendet.

 

 

 

 
 

Wir müssen etwas tun

Zwei Beispiele nur - von vielen - die aufzeigen, dass die Achtung auf Rechte der Menschen auf der südlichen Halbkugel an einem kleinen Orte steht. Und sie unterstützen uns auch in der Absicht: Wir müssen etwas dagegen tun, den "Menschenrechte enden nicht an unserer Landesgrenze".

 
 

Mit diesem Plakat werben die Kirchen für die Initiative.

(Bild KVI)

 

Kirchen unterstützen die Initiative

Neben zahlreichen nationalen und kantonalen Gremien und Organisationen unterstützen auch die Kirchen die Initiative.

Die Theologin Silvia Huber aus Malters ist überzeugt: "Engagement und Verantwortung kennen keine Grenzen

Für die gebürtige Ettiswilerin Renate Asal-Steger, die zur Zeit die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) präsidiert gleichzeitig zum zweiten Male das Präsidium des  Luzerner Synodalrates übernommen hat, steht "Die Würde des Menschen

im Mittelpunkt".  Zur  Initiative gibt sie zu bedenken: "Menschenrechte kennen keine Landesgrenzen".

Die Gegner der Initiative  verteidigen die Freiheit der Konzerne. Wir aber müssen uns fragen: "Wie soll sich die reiche Schweiz in der Welt benehmen."

 
 

Sich informieren

Bis zum Abstimmungstermin im November dieses Jahres, haben wir Zeit, uns über das Thema zu informieren. In der Tagespresse zum Beispiel und in Radio und TV. Dann aber auch im Internet. Z.B. www.konzern-initiative.ch, www.kirchefuerkonzernverantwortung.ch oder www.kath.ch    

 

 

Verantwortung übernehmen

Nachdem  die eidgenössischen Räte den Vorschlag  der Konzernverantwortungsinitiative (KVI)  zwar abgelehnt, dem  abgeschwächten Gegenvorschlag von Bundesrätin Karin Keller-Sutter aber zugestimmt haben,. werden die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger darüber zu entscheiden haben. Sollte die KVI abgelehnt werden, tritt der Gegenvorschlag in Kraft.

 

Was will die Initiative

In ihrem Artikel "Goliath gegen Goliath in der Luzerner Zeitung vom 9. Juni  umschreibt Redaktorin Doris Kleck  das Ziel der Initiative so:

Die KVI verlangt, dass Schweizer Konzerne für das Verhalten ihrer Tochterunternehmen oder ökonomisch kontrollierten Firmen, beispielsweise Lieferanten, haften, wenn diese im Ausland Menschenrechte verletzen oder gegen Umweltstandards verstossen. Zudem sieht sie Sorgfaltsprüfungen für sämtliche Geschäftsbeziehungen.

 

Immenser Abstimmungskampf

Initianten und Gegner wollen für diese Abstimmungskampagne viel Geld ausgeben. Sehr viel sogar. Dabei wäre die Beachtung der Menschen und ihrer Umwelt in den Förderstaaten schon längst überfällig. Das Geld regiert die Welt. Aber  gerade jetzt könnte es  wirkungsvoller eingesetzt werden. In den Ländern Afrikas und Lateinamerikas und bei Notleidenden in der Schweiz.