Nachdenken über unser Land

Das Datum spielt weniger eine Rolle. Es wurde einmal festgesetzt. Auch die Kirche engagiert sich an diesem 1. August, unserem Nationalfeiertag. «In Gottes Namen, Amen» beginnt schon der Brief von 1291. Wie wir den Tag in Reussbühl feiern.

 

 
 

 

Wenn Toni Waser, unser Sakristan, mitten im Gottesdienst vom Donnerstag, 1. August, unserem Nationalfeiertag, die Fahne schwingt, wird die Stimmung feierlich. Beim Schwung in die Höhe geht

ein Dank mit.

 
 

Eine unausgesprochene Bitte, wenn die Fahne aus der Höhe wieder zurückkehrt: Segne unser Land, uns alle, gütiger Gott. Wie eine Beschwörung mutet es an, wenn die Fahne horizontal schwungvolle Bewegungen macht: Dein Geist bewege uns in allen sozialen Schichten und erfasse uns, dir in Demut

zu dienen in den schwächsten Gliedern unserer Gesellschaft. Muttergottes und alle Heiligen

Danach ertönt ein Betruf, ein Alpsegen. Wir wollen diese archaischen Rufe in der grossen Kirche auf uns wirken lassen. Während der Alpsommerzeit werden sie von der Sennin oder dem Senn allabendlich

hoch im Gebirge über die Alp betend gesungen. Vor dem Einnachten. Himmel und Erde rücken nah zusammen. Gott, die Muttergottes und die Heiligen sollen die Älplerfamilie beschützen vor Unheil

aller Art, das Vieh und die ganze Alp.Und wir von der Stadt? Wir werden nachdenken über unser Land und dann im Herzen spüren, wie nötig wir diese Verbindung haben. Vielleicht gelingt auch uns ein gläubiges Gebet.